Jahresbericht 2018 des Präsidenten

 

 

Die Märzenglöcklein blühen, der Wald wird langsam grün: Dann ist es Zeit für eine weitere GV vom Natur- und Vogelschutzverein

Rückblick GV 2018 im Süesse Egge

Zügig wurden die Traktanden behandelt und ohne Einspruch genehmigt. Der Beitrag von Paul, danach ein kleiner Imbiss, interessante „naturschutztechnische" Gespräche - so wurde die GV 2018 beendet und ein weiteres Jahr des NVRL kann beginnen.

Gemütliche Wanderung durch die ehemalige Tongrube Andi' bei Liesberg

Zehn Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung es in der Nordwest- schweiz. Sie entstanden alle durch menschliche Tätigkeit und sind zu Ersatzlebens- räumen für Amphibien geworden. Eine davon ist die Tongrube Andil bei Liesberg. Bis 1980 wurde hier Ton abgebaut. In den seichten, grösseren Tümpeln leben neun Amphibienarten, darunter die Kreuzkröte und die Gelbbauchunke. Zudem können mindestens zehn Libellenarten, die Ringelnatter und der Teichrohrsänger beobachtet werden. Auch die Vegetation auf dem tonigen Untergrund ist einmalig. Im Juni blühen hier Orchideen. Begrüsst wurden wir mit einem Konzert der Wasserfrösche. Unglaublich was für einen gewaltigen Lärm so ein kleiner Frosch machen kann! so kam es, dass wir uns einige Zeit damit beschäftigten, diese gefitzten, schnellen Schwimmer zu beobachten und bestaunen. Weiter des Weges, denn unser Ziel war der hinterste Teil der Grube. Schmetterlinge, Libellen, die uns ihre Flugkünste zeigten, wunderschöne Orchideen und Vogelgesang begleiteten uns auf dem Weg zum Ende der Grube. Dort am Ende ist noch ein kleiner Rest des Tones zu finden der damals abgetragen wurde: "Renggeri-Ton unteres Oxfordium" oder einfacher gesagt "de Lätte isch so plus- minus 150 Millionen Johr alt". Jetzt geht's los: In dieser Ablagerung sind Versteinerungen zu finden. Und wir haben gefunden! Das Tolle an diesen Dingern: Sie sind pyritisiert, das heisst, wenn man sie reinigt und poliert, fangen sie an zu glänzen wie Gold (halt nur Katzengold). Ein toller erlebnisreicher Ausflug.

Bärengraben-Heuet, HU Frey organisiert

Hansueli Organisierte nicht nur, er mähte auch gleich den ganzen Hang des Bärengrabens mit dem von Daniel Steffen geliehenen Mäher. "Ein herzlicher Dank an Daniel für den Mäher" Schütteln, wenden, dem Heu gut zureden, dass es schön trocknet. Das 'Made mache' danach gehört ebenfalls dazu. Unterstützt von diversen Helfern war das Heu am Tag nach dem Schneiden bereit zum Abholen. Zum ersten Mal wurde das Heu im 8zäni von Remy Benz, "Hof untere Bütschen" geholt. Ein Danke an all die fleissigen Helfer und an Remy fürs Holen; wir hoffen auf Dich auch im 9zäni.

Wanderung durch die Huppergrube in Lausen nach Bad Bubendorf

Wir fahren mit Privatautos nach Ramlinsburg und wandern gemütlich in ca. 30 Minuten in die Huppergrube. Hier wird uns der Geologe Martin Meyer interessante Einblicke in die Geologie der Grube geben." Dies die beiden ersten Sätze der Ausschreibung dieser interessanten und tollen Wanderung. Martin, der Geologe, erklärte uns die Entstehung dieser Grube. Einmalig ist der Hupper-Aufschluss in der südwestlichen Tonwerkgrube. In den Hupper eingestreut findet man Bohnerz-Knollen aus Eisen oder stösst auch auf faustgrosse Hornstein-Knollen. Über den Quarzsanden folgt eine rund einen Meter mächtige, orange Tonschicht. Aus geologischer Sicht gelten die Huppergruben in Lausen als einzigartig. Sie enthalten Dokumente über die erdgeschichtliche Vergangenheit des Baselbiets. Fachleute messen den Aufschlüssen sogar nationale Bedeutung bei, da Huppervorkommen in solchem Umfange nur noch in Lausen zu beobachten sind. Eine grosse Bedeutung hat die stillgelegte Grube auch für Fauna und Flora: 1985 wurden im gesamten Grubenareal um die 200 Pflanzenarten beobachtet. Weiter geht es durch den Wald Landschachen in Richtung Bad Bubendorf. Am Strassenrand, entlang der Forst-Strasse sind im Landschachen an Bäumen 50 Fledermauskasten aufgehängt, die seit 2017 montiert sind. Dies ist ein Projekt, das voraussichtlich 10 Jahre dauern soll, dessen Sinn und Zweck es ist, herauszufinden wie viele Arten Fledermäuse in unseren Wäldern zu finden sind. Parallel zum Landschachen läuft das gleiche Projekt im Hardwald. Jede zweite Woche werden die Kasten kontrolliert, ob da jemand anwesend ist. Bis jetzt wurden acht Arten entdeckt.

Vereinsausflug: Überraschung, gemäss separater Ausschreibung

Die Überraschung, die Ursula uns präsentierte, war das Naturhistorische Museum Basel. Im Museum angekommen, wurden wir von zwei Mitarbeitern des Museums herzlich in Empfang genommen. Logisch: Es gibt eine Führung im Museum. Falsch gedacht von uns allen: Es gibt eine Führung ins Untergeschoss (beziehungsweise die Geschosse) des Museums. Es wurde uns erklärt, dass man während des kalten Krieges das ganze Museum mehrstöckig unterkellert hat. Im Fall der Fälle hätte man innert kürzester Zeit das Ganze Material der Ausstellungen bombensicher im Untergrund verstauen können. Was wir da im bombensicheren Untergrund hinter meterdicken Betonmauern zu sehen bekommen, ist schlicht und einfach überwältigend. Fische, Schlangen, Frösche, die uns aus kleinen Oder riesengrossen Einmachgläsern anschauten! Oder wir sie? Einige von uns trauten sich nicht ganz soooo nahe an die Gläser (muss einfach auch noch gesagt sein). Vögel, was das Herz begehrt, Felle von Säugern die noch auf die fertige Präparation warten und haufenweise Knochen gab es da. Nach zweieinhalb Stunden Staunen war die Führung zu Ende. Wir haben da was erlebt, was nur wenige zu Gesicht bekommen, alles dank Ursula und ihren Beziehungen. Das Mittagessen im Restaurant zum Isaak war schlicht und einfach genial. Niklaus Kinzel, seit einiger Zeit bei uns im Verein und wohnhaft in Basel, zeigte uns auf dem Weg zu sich nach Hause noch einige Sehenswürdigkeiten vom Münster bis zur Aeschevorstadt. Angekommen bei ihm, wartete ein super feines Kaffi und Chueche-Zvieri auf uns. Fazit: Ein genialer Ausflug, lehrreich für Geist und Magen; Dank an Ursula und Niklaus.

Naturschutztag Lauwil, Engi-Heuet

Am Kantonalen Naturschutztag konnte unser Verein mit acht Helferinnen und Helfer die Magerwiese in der Engi in Lauwil pflegen. Trotz regnerischem Wetter war unter den beteiligten Personen eine gemütliche und gesellige Stimmung. Ein paar Tage zuvor hatte die Forst-Equipe Hohwacht die Mäharbeiten mit Motormäher und Motor- sense gemacht. Das geschnittene Gras wurde nun mit Gabeln an den Waldrand zu Komposthaufen getragen und die Wiese wurde säuberlich gerecht. Diese Arbeiten sollen dort Pflanzen, welche einen mageren Boden benötigen, eine Grundlage zum guten Gedeihen geben. Wegen der nicht vorhandenen Grösse dieser Wiese (Waldlichtung ca. 10 a) ist diese Parzelle für die Landwirtschaft nicht interessant. Sie wäre ohne die NVRL-Arbeit in den letzten Jahren wahrscheinlich verwaldet oder durch das verrottende Gras zu fett für seltene Pflanzen. Während den Arbeiten und beim anschliessenden Znüni kam, wie auch schon in den letzten Jahren, die Diskussion auf, was eigentlich für Gräser, Kräuter und Leguminosen in der Engi wachsen. So kam dieses Jahr von interessierten Mitgliedern der Wunsch auf, dass man in den nächsten Jahren über mehrere Jahre eine Bestandesaufnahme der vorhandenen Pflanzen machen sollte. Was man schon weiss: Die selten vorkommende Wiesenpflanze/Blume „Orchidee" ist in der Engi vorhanden.

Ein Dank an Dani für die Organisation vom Naturschutztag und den Bericht.

Helfer-Essen

Zum Helfer-Essen im Restaurant Eintracht in Bretzwil gibt es nicht viele Worte zu schreiben: Genial gutes Essen, genial gutes Dessert, gemütliches Zusammensein, toller Abend!

Der Vorstand NVRL dank all den treuen Helferinnen und Helfern, die uns immer wieder unterstützen bei unseren Naturschutz-Einsätzen. Danke an Helga für die Organisation vom Helfer-Essen.

Präsident NVRL
H.P. Feldner